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Frei erfundener Ritualmord

© Bild: Wikipedia Commons

 

Trient 1475, kurz vor Ostern. Die Stimmung in der Stadt ist aufgeheizt. Bernadino da Feltre, ein Franziskanermönch, ist in die Stadt gekommen und wettert gegen den “Zinswucher der Juden”. In der Stadt gehen Ritualmordgerüchte um. Da verschwindet am Gründonnerstag Simon, der zweieinhalbjährige Sohn eines Gerbers. Simons Vater veranlasst Hausdurchsuchungen bei den ortsansässigen Juden, ohne Erfolg. Erst am Ostersonntag wird der Leichnam des Kindes im Graben unter einem Haus entdeckt. Vermutlich ist Simon ertrunken, denn Gerber arbeiten am Wasser. Das Haus jedoch gehört dem Vorsteher der jüdischen Gemeinde, der auch Pfandleiher ist. So fällt der Verdacht erneut auf die Juden. Die Männer der jüdischen Gemeinde werden festgenommen und gefoltert, bis sie zugeben, Simon entführt und sein Blut für ihre Rituale genutzt zu haben. Die Juden der Stadt werden hingerichtet, ihre Frauen vertrieben. Die Fake News vom Ritualmord an Simon von Trient kursiert für Jahrhunderte in antisemitischen Kreisen.

 

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