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Propaganda-Funk im Wohnzimmer

© Bundesarchiv / Bild102-13774.jpg

 

1923 nahm die erste Rundfunkgesellschaft der Weimarer Republik ihren Sendebetrieb auf. Es gab gerade mal 500 registrierte Radiobesitzer, zwei Jahre später waren es 500.000, 1932 viele Millionen. Die Nationalsozialisten erkannten das Potenzial des neuen Mediums. Für Adolf Hitler war klar: „Der Rundfunk ist ein Hauptmittel der Volksaufklärung und Propaganda.“ Dazu mussten möglichst alle Haushalte ein Empfangsgerät besitzen. 1933, wenige Monate nach der Machtergreifung, wurde der Volksempfänger auf der Funkausstellung in Berlin vorgestellt. Die Hersteller mussten das Gerät nach einheitlichen Vorgaben preiswert produzieren. So konnten die NS-Influencer Bürgerinnen und Bürger direkt erreichen – in der Küche, im Wohnzimmer. Fast jeden Abend gingen Reden von Adolf Hitler über den Sender. 90 Prozent der Bevölkerung erlebten sie gemeinsam vor dem Volksempfänger. Allerdings halten sich Radiowellen nicht an nationale Grenzen. Sie brachten auch verbotene Jazz- und Swing-Musik ins nationalsozialistische Deutschland. BBC, Radio Moskau und die Stimme Amerikas lieferten Informationen über den Verlauf des Zweiten Weltkrieges. Wer „Feindsender“ hörte, riskierte Zuchthaus. Gehört wurden sie trotzdem, leise und unter der Bettdecke.

 

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