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Mandelbrot-Apfelmännchen

Bild: Georg-Johann Lay / Wikimedia Commons

 

Sie sind nicht mehr wegzudenken und sie verändern alles: unseren Alltag, die Selbstbestimmung des Individuums, vor allem aber den Umgang mit Informationen und die Meinungsbildung. Was wird aus einer freien Gesellschaft, wenn Algorithmen entscheiden, wer welche Nachrichten zu lesen bekommt?

Wie lang ist die Küste Großbritanniens? Benoit Mandelbrot wollte das 1967 exakt berechnen und stellte fest: Je genauer er die unzähligen Buchten und Formationen maß, desto länger wurde die Küste. Mandelbrot hatte die "Fraktale Geometrie der Natur" entdeckt.

Ob Farnblätter, Schneekristalle oder der  Romaneso in diesem Geschäftsbericht - alle zeigen Muster, die sich immer kleiner werdend wiederholen. Sie folgen, wie die am Computer generierten "Mandelbrot-Apfelmännchen" (Titel und Rückseite des Geschäftsberichts 2015), Rechenregeln oder Algorithmen.

Algorithmen waren bis vor einigen Jahren nur in Fachkreisen ein Begriff. Mit der Möglichkeit, immer größere Datenmengen zu verarbeiten, wuchs ihre Bedeutung zu einer nahezu alles durchdringenden Kraft. Obwohl die Computertechnologie noch immer nach dem gleichen Prinzip von Nullen und Einsen arbeitet, wie der 1941 von Konrad Zuse in Berlin gebaute erste funktionsfähige programmgesteuerte Rechner Z3.

Die Illustrationen im Geschäftsbericht 2015 erzählen die Geschichte vom Aufstieg der Algorithmen - ihrem Ursprung in der Natur, über Unternehmen, die mit ihnen unsere Umwelt und den Menschen erfassen, bis zu den nimmermüden Helfern, die aus dem täglichen Leben nicht mehr wegzudenken sind.

Doch längst sind Algorithmen mehr als das. Sie beeinflussen zunehmend den Blick auf Ereginisse und damit auch Entscheidungen. Sie sind vom Hilfsarbeiter in die Chefetage aufgestiegen, und längst haben wir aus den Augen verloren, wer dabei mit welchem Ziel welche Fäden in den Händen hält.

Wie kaum ein anderer Bereich sind die Printmedien von dieser Janusgesichtigkeit moderner Informationstechnologie betroffen. Zum einen leiden sie unter der kostenlosen Konkurrenz im Netz. Gleichzeitig müssen sie die neuen Medien nutzen, um möglichst viel über ihre Leser zu erfahren und ihnen einen Mehrwert bieten zu können. Angesichts der Macht der Algorithmen ist die Bedeutung eines unabhängigen Journalismus wichtiger denn je.

 

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