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grafische Abbildung eines riesiges Netzwerk, das Nachrichten von Bots verschickt

Grafik: Lawrence Alexander

 

Automatisierte Empörungswellen. Fluch und Segen liegen in der Technik-Geschichte oft eng beieinander: Algorithmen steuern heute große weltweite Desinformationskampagnen. Zugleich sind es Algorithmen, die ihre Entdeckung ermöglichen, indem sie Herkunft, Verbreitung und Wahrheitsgehalt von Nachrichten analysieren. Das hat der Internet-Forscher Lawrence Alexander gezeigt. Er untersuchte die Daten von fast 20.500 pro-Kreml Twitter-Accounts, die in der Ukraine-Krise ähnliche Stellungnahmen veröffentlicht hatten. Alexander entdeckte ein riesieges Netzwerk (siehe Abbildung), das Nachrichten von Bots verschickt, also von automatisch arbeitenden Computerprogrammen. Das Ziel war, eine Masse von Kreml-Unterstützern vorzutäuschen, um damit die öffentliche Meinung zu beeinflussen. Das Beispiel ist nur die Spitze eines Eisbergs. Bots verbreiten sich zunehmend in sozialen Netzwerken, sie werden immer schlauer und damit immer schwieriger zu erkennen. Wenn es ihnen gelingt, mit ihren Massenbotschaften die Berichterstattung in den Medien, Politiker und Medienleute zu beeinflussen, werden Algorithmen zu Faktoren der Weltpolitik. Den investigativen Spürsinn des Journalismus stellt das vor neue Herausforderungen.

 

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