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Frankfurter Allgemeine Zeitung, 26.08.2002, Nr. 197 / Seite 31:
Michael Hanfeld, "Medienmacht: Der Berlusconi-Komplex auf deutsch - Was passiert, wenn Leo Kirch Springer an die Linke verkauft", (Artikel nicht frei verfügbar)
Leo Kirch wolle laut Autor Michael Hanfeld den Axel Springer Verlag mit seinem Imperium untergehen lassen. Gewinner dieses Kampfes solle ausgerechnet die WAZ sein. Diese wird als „unheimliche, intransparente Medienmacht, auf welche sich die Bundesregierung stützt“ dargestellt. Der wahre Profiteur sitze im Bundeskanzleramt in Berlin, wo er auf ein „Medienimperium“ von rund 2 Mio. Exemplaren blickt. Hanfeld spricht vom „deutschen Berlusconi von links“.
„Leo Kirch will seinen Vierzig-Prozent-Anteil am Springer-Verlag an die WAZ-Gruppe verkaufen. Bis zum 10. September hat er dafür Zeit. Insider schätzen die Chancen, daß die im stillen laufenden Verhandlungen in den nächsten Tagen zum Abschluß kommen, auf sechzig zu vierzig: sechzig zu vierzig für die WAZ. Kirch will für seinen Springer-Anteil eine Milliarde Euro haben, um seinen Kredit bei der Deutschen Bank von 720 Millionen Euro auszulösen. Das Angebot der WAZ soll sich eher in dieser Höhe befinden. Seinen Erlös soll Kirch angeblich in die Schweiz transferieren wollen, um dort mit seiner aus dem Konkurs entzogenen Sportrechtefirma neu anzufangen. Den geschäftlichen Schaden soll allein der Springer-Verlag haben. Dieser wäre mit der sozialdemokratisch dominierten WAZ nicht mehr Herr im eigenen Haus, lahmgelegt, an die Kandare genommen.“
Junge Freiheit 42/02, 11.10.2002:
Hans-Helmuth Knütter, Rezension: „Die Genossen als Bosse – Der CSU-Poltiker Andreas Feser stellt den Einfluß der SPD auf die Presselandschaft in Deutschland dar und verstrickt sich in der Datenfülle“, (Artikel nicht frei verfügbar)
Kritische, populistische Rezension von rechts: „Das ist ja alles furchtbar interessant und vielleicht brauchbar für Wirtschaftsprüfer, Anwälte und (neidische) Polit-Konkurrenten. Die zweifellos seriösen Angaben über den Reichtum der SPD versinken leider im Zahlenwulst. Das ganze Buch macht den Eindruck einer Ausarbeitung für eine CDU/CSU-Medienkommission, die auch der Allgemeinheit zugänglich gemacht werden sollte, gerade noch vor der Bundestagswahl. (…) Den Mitläufern der BRD-Spaßgesellschaft wird es wohl zu trocken sein.“
Rezension zu Andreas Fesers „Der Genossen Konzern. Parteibeteiligungen und Pressebeteiligungen der SPD“, München 2002.
Andreas Feser war Leiter der Planungsgruppe der CSU-Landesgruppe im Deutschen Bundestag. Von der CDU/CSU ist er häufig vermittelter und zitierter Experte zum Thema Unternehmensbeteiligung der SPD. Er schreibt u. a. für die CSU-nahe Veröffentlichung der
Hanns-Seidel-Stiftung „Politische Studien – Zweimonatszeitschrift für Politik und Zeitgeschichte“.
Zum Thema SPD/ Medienbeteiligung veröffentlicht er 2002 im Olzog-Verlag das Buch „Der Genossen-Konzern. Parteivermögen und Pressebeteiligungen der SPD“ (
siehe Rubrik Literatur).