Horst Röper ist Medienwissenschaftler und Geschäftsführer des Forschungsinstituts Formatt. Im April 2003 wird sein Gutachten
„Gutachterliche Stellungnahme zu Veröffentlichungen über die Medienbeteiligungen der ddvg“ (3. Fassung) veröffentlicht.
Horst Röper untersucht die mangelhafte Berichterstattung, die im Rahmen der Diskussion um die Medienbeteiligung der dd_vg. vielfach vorgekommen ist: „Insbesondere aber nicht ausschließlich haben sich ‚Focus’ und ‚Welt am Sonntag’, später auch die ‚Frankfurter Allgemeine Zeitung’ wiederholt mit dem Beteiligungsbesitz der ddvg beschäftigt. Auch in diesen Berichten tauchten immer wieder Unrichtigkeiten auf. Diese fehlerhaften Darstellungen wurden offensichtlich durch Recherchen im Archiv, also durch Rückgriff auf fehlerhafte Darstellungen, multipliziert.“
Im zweiten Teil des Gutachtens sind die Medienbeteiligungen (Stand 2003) aller Länder dargestellt.
"Der Medienforscher Horst Röper errechnete für die Tageszeitungsanteile der DDVG eine gewichtete Gesamtauflage von 435.000 Exemplaren. Berücksichtigt wurden insgesamt 14 Tageszeitungen, an denen die SPD-Holding jeweils mindestens 25 Prozent des Kapitals hält. In der Summe ergab das Anfang 2002 einen bundesweiten Marktanteil von 1,9 Prozent. Zu den wichtigsten Posten zählen Anteile an der "Sächsischen Zeitung", an der "Hannoverschen Allgemeinen Zeitung" oder am "Freien Wort" im thüringischen Suhl. Bis zur vollständigen* Übernahme der "Frankenpost" besaß die DDVG nur bei einem Blatt die Mehrheit: bei der "Neuen Westfälischen" in Bielefeld. Dort, so Geschäftsführer Berendsen, sei unter den Gesellschaftern Einstimmigkeit bei Geschäftsentscheidungen festgelegt worden. Immer wieder wird der SPD vorgeworfen, sie übe in ihren Blättern unzulässigen Einfluss auf die Berichterstattung aus. Es sei doch geradezu absurd, findet Günter Nooke, wenn die Sozialdemokraten glauben machen wollen, dass in ihrer Parteipresse Meinungsfreiheit bestehe und die Zeitung nicht auch SPD-Politik mache."
aus: ver.di <<M>> - Menschen - Machen - Medien: Berlusconi von links?, Archiv, 2003, 03, Print.
* Die dd_vg. hielt ab Januar 2003 100% an der Frankenpost Verlag GmbH. Im Dezember 2004 wurden 35% der Anteile an die Süddeutscher Verlag GmbH veräußert; im April 2005 folgten weitere 30% der Anteile, so dass die dd_vg. aktuell noch 35% der Anteile hält.
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