Wahr ist, dass eigene Zeitungen und Druckereien, bzw. später Medienbeteiligungen, seit fast 150 Jahren zum Bild der SPD gehören.
Sie waren nötig, weil anders sozialdemokratische Meinungen nicht veröffentlicht und Wahlmaterial nicht gedruckt werden konnte. Die SPD ist um ihrer Unabhängigkeit willen unternehmerisch tätig geworden.
Die heutigen Medienbeteiligungen sind das Ergebnis
vieler dafür eingesetzter Arbeitergroschen
der (im Übrigen unzureichenden) Entschädigung für enteignetes Vermögen nach 1945 und 1989
der Lizenzpolitik der Alliierten nach dem Krieg, die sich teilweise beim Wiederaufbau der Presse auch auf Vertrauensleute der demokratischen Parteien stützten
der Fähigkeit, aus den Krisen und Fehlern der 60er und 70er Jahre die richtigen unternehmerischen Schlussfolgerungen zu ziehen.
Wer heute das Verbot der Medienbeteiligungen erwägt, stellt sich in eine unselige Tradition: Verboten und beschlagnahmt unter dem Sozialistengesetz, verboten und enteignet von den Nazis – und heute wieder verboten von Union und FDP?
Die SPD hat ihr Vermögen redlich erworben. Es wurde im Kaiserreich und in der Weimarer Republik erspart und bis heute durch kluges Wirtschaften vermehrt.